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Kinder auf der Straße verspotten Muck und singen Schmählieder auf ihn, wenn er
vorbei geht.

Ein Vater jedoch verbietet ihnen dieses Treiben und erzählt ihnen die Geschichte
des kleinen Muck und alles, was ihm widerfahren ist.
Muck, der nicht mehr wachsen konnte und immer klein geblieben war, wurde nach
dem Tod der Eltern von zu Hause verstoßen. Abgerissen und hungrig kommt er an einem Haus vorbei, wo eine alte Frau Kätzchen zum Essen ins Haus rufr. Gerne hätte auch er etwas gegessen, aber die Alte, die sich Frau Ahavzi nennt, nimmt ihn in ihren Dienst und möchte, dass er in ihrer Abwesenheit die Katzen behütet. Er willigt ein, doch
als Frau Ahavzi aus dem Hause ist, beginnen die anfangs so harmlos wirkenden
Katzen herum zu tollen, zerschlagen Geschirr und bringen alles in Unordnung.

Als Frau Ahavzi zurückkehrt, beschimpft sie Muck, weil sie ihn für den Übeltäter
hält und droht ihm schlimme Strafen an, wenn sich der Vorgang wiederhole.
Erneut muss sie weg, und Muck sperrt die Katzen im Haus ein. Ein Hündlein,
das bei den Katzen war, erbarmt sich seiner und führt ihn in eine Kammer.

Dort entdeckt Muck eine Truhe und darin ein kostbares Kästchen, das ihm aber
aus der Hand gleitet, zu Boden fällt und zerbricht. Muck beschließt voller Angst,
das Haus zu verlassen, will sich aber den Lohn seiner Arbeit, den ihm Frau Ahavzi verweigert hat, aus der Kammer mitnehmen: Er findet Pantoffeln und ein Stöcklein.
Die Pantoffeln tauscht er sofort gegen seine alten und zerschlissenen Schuhe ein.
Aber die Pantoffeln zwingen ihn, immer schneller zu gehen und schließlich ohne
Pause zu laufen, bis er endlich 'Halt' ruft und erschöpft zu Boden sinkt. Im Schlaf
hat er einen Traum. Das Hündlein erscheint ihm und verrät ihm das Geheimnis
der Pantoffeln. Dreimal müsse er sich auf dem Absatz drehen, dann könne er
sofort zu dem Ort fliegen, den er sich wünsche. Auch das Stöcklein habe eine Zauberkraft, mit ihm lasse sich Gold und Silber in der Erde finden, dreimal
schlage es auf den Boden, wo Gold vergraben sei, zweimal bei Silber.

Als Muck erwacht, probiert er mit einer dreifachen Drehung die Pantoffeln aus
und wünscht sich in die nächste Stadt. Sofort ist er dort und trifft ein geschäftiges Markttreiben an. Einige Marktbesucher begegnen ihm unfreundlich, als er
unschlüssig in der Menge steht. Plötzlich sieht er Frau Ahavzi, die bei einem
Händler Honig für ihre Katzen kaufen will und mit diesem in Streit wegen des
Preises gerät. Da erscheint die Tänzerin, deren Stimme Muck an das Hündlein
erinnert. Sie warnt Muck vor der Katzenfrau und empfiehlt ihm, beim König eine Arbeitsstelle zu suchen. Muck denkt an die Wunderkraft der Pantoffeln und will
sich als Schnellläufer anbieten. Zwei Schlosswächter wollen ihn zuerst nicht ins
Schloss lassen, bis er behauptet, bei einem Wettlauf schneller als der schnellste
Läufer des Königs sein zu können. So hört auch der König davon und amüsiert sich köstlich über dieses Angebot und geht darauf ein, weil er ein lustiges Schauspiel erwartet.

In der ganzen Stadt wird der bevorstehende Wettlauf zwischen Muck und Ali,
dem schnellsten Läufer des Königs angekündigt. Die Tochter des Königs, die
Prinzessin Amarza, ihre Hofdamen, sowie die drei Diener Achmed, Archaz und
Korchuz schauen sich zusammen mit dem König den Wettlauf an. Nach
anfänglichem Lachen und Spotten über Muck müssen sie aber erleben, dass
Muck Ali überholt und das Rennen gewinnt. Ali wird verstoßen und Muck zum königlichen Leibläufer ernannt. Einige Zeit erledigt er seinen Dienst zum Gefallen
des Königs, da erinnert er sich an des Stöcklein und findet im Garten tatsächlich
einen Schatz mit Goldmünzen. Wieder erscheint die Tänzerin Fatme und warnt
ihn vor den Dienern des Königs, die voller Neid seien. Muck beschließt naiv, sie
sich zu Freunden zu machen, indem er ihnen Gold schenkt. Doch er erreicht das Gegenteil. Die Diener denunzieren ihm beim König als scheinbaren Dieb und stellen
ihm eine Falle. Als Muck erneut Goldmünzen aus dem gefundenen Schatz holen will,
wird er ertappt und trotz seiner Beteuerung unschuldig zu sein, in den Kerker
geworfen. Als er dort niedergeschlagen sein Schicksal erwartet, erscheint ihm
abermals Fatme und rät, dem König das Geheimnis der Pantoffeln und des
Stöckleins zu verraten. Widerstrebend lässt sich Muck darauf ein. Er beweist
dem herbeigerufenen König die Zauberkraft des Stöckleins. Als der König aber
die Pantoffeln ausprobiert, verrät ihm Muck nicht den Trick mit dem dreimaligen
Drehen, so dass der König verzweifelt dahin jagt, ohne anhalten zu können und
endlich erschöpft zu Boden fällt. Wie versprochen schenkt der König Muck sein
Leben, entlässt ihn aber aus seinem Dienst. Nie mehr dürfe er sich blicken lassen. Stöcklein und Pantoffeln werden in die königliche Schatzkammer gebracht.

Enttäuscht verweilt Muck unweit des Schlosses auf einem Weg. Da sieht er
einen Feigenbaum mit großen Früchten. Er pflückt einige und verkostet sie.
Aber - o Schreck! -Als er in einem Bach sein Spiegelbild sieht, muss er feststellen,
dass ihm eine lange Nase und riesige Ohren gewachsen sind. Wieder hilft ihm die Tänzerin Fatme, die ihm auch ihr Geheimnis verrät: Die Katzenfrau Ahavzi sei eine
böse Zauberin und habe sie einst in das Hündlein verwandelt, damit sie auf die
Katzen achtgeben solle. Fatme empfiehlt Muck, die Feigen eines zweiten Baumes zu essen, und tatsächlich bilden sich Nase und Ohren zu ihrer ursprünglichen Gestalt zurück. Muck möchte den König nicht ungestraft lassen und kehrt verkleidet als Marktverkäufer in die Stadt zurück. Zusammen mit Fatme preist er Feigen des
ersten Baumes als schmackhafte Früchte an. Bald erscheint der Hofkoch und
kauft ihm einige Feigen ab. Bald ertönt Wehklagen aus dem Palast. Die Diener,
der König selbst, die Prinzessin und die Hofdamen sind verunstaltet und möchten
des Feigenverkäufers habhaft werden. Doch Muck hat sich in Sicherheit gebracht. Wieder auf Fatmes Rat verkleidet er sich als Arzt und verspricht dem verzweifelten König und seiner Familie die Heilung. Er stellt dies unter Beweis, indem er einem
Prinzen eine Feige des zweiten Baumes zu essen gibt und sich dessen Aussehen
wieder normalisiert. Auf seinen Wunsch hin darf sich Muck aus der Schatzkammer
alles holen, was er möchte. Er nimmt sich Stöcklein und Pantoffeln, verweigert aber
dem König und dessen Familie die Wiederherstellung des Gesichts. Er gibt sich als
Muck zu erkennen und flieht.

So weit die Erzählung des Vaters. Nie mehr sollen die Kinder Muck, der einsam und zufrieden in der Stadt lebt, verspotten. Die Tänzerin Fatme hat Muck niemals mehr gesehen.